Ich bin 70 Durchschnittsnutzer

Und du bist auch fett! Ja! Glaubste nicht?! Dann guck mal, was gerade erst in einer aktuellen Analyse zum deutschen Mobilfunkmarkt rauskam. Laut der verbraucht der durchschnittliche deutsche Mobilfunknutzer monatlich

283 MB an Traffic übers Handy (Link). Na? Drüber? … Nur falls ihr euch fragt, woher diese wahnsinnig mega wow tollen „300 MB Internet Flat“ Angebote herkommen …

Um den Posttitel zu erklären, muss ich etwas weiter ausholen. Wer mich kennt, weiß, dass mir mobiler Traffic durchaus wichtig ist. Es gibt nur wenig, was ich mehr hasse, als gedrosselt zu surfen.

Auch habe ich mich gefragt, warum wir nirgends solche Einschränkungen akzeptieren außer im Mobilfunkmarkt? Warum ändern wir unser Verhalten beim mobilen Surfen? Wir speichern Webseiten zum „später lesen“ auf Instapaper oder Evernote, wir synchronisieren Spotify zu Hause statt live zu streamen und von App-Installationen und -Updates will ich gerade bei Spielen gar nicht erst reden. Wir warten auf WLAN. Weil 300 MB halt Grütze sind. LTE-Tarife mit einem 1 GB Traffic sind wie Autos, die zwar 250km/h fahren können, das aber nur 10 Kilometer im Monat. Die restlichen Strecken bitte nur gedrosselt. Weil sonst die Autobahn verstopft!

Ich will aber nicht erst auf der Arbeit die Tweets oder Nachrichten lesen, da soll ich nämlich arbeiten. Und ich will auch nicht erst abends alles lesen, da möchte ich meine Freizeit genießen. Warum also nicht mit der Fahrzeit Wohnung-Büro/Büro-Wohnung was sinnvolles anfangen und einfach währenddessen lesen? Klingt total irre und weltfremd, ich weiß.

Nun bin ich in der glücklichen Situation, dass mein Tarif etwas mehr Traffic hergibt und so habe ich es mal getestet und den letzten Monat komplett (außer einem Update fürs Betriebssystem, welches WLAN erforderte) auf WLAN verzichtet und so ziemlich alles auf meinem Smartphone übers mobile Datennetz „konsumiert“.

Ich nutze außerhalb der Arbeit zu 99% eh mein Smartphone und nur ganz selten einen Computer. Im Alltag sah es dann so aus, dass ich eure Tweets und Facebookposts halt über LTE gelesen habe. Wenn ein Bild eingebunden war, über LTE angeguckt. War ein YouTube Video drin, über LTE angeguckt. Jut, manchmal habe ich geschummelt. In der U-Bahn isses mit LTE doof. Daher habe ich diese im Bus schnell mit einer App heruntergeladen und in der U-Bahn dann „offline“ angesehen. Dazu 9GAG für noch mehr Spaß, Nachrichten über Reeder, Netzpolitik, Spon und Zeit, ein paar Mobilitätsapps, eCommerce, Messenger, Mails, Podcasts …

Viel Gelaber, wenig Fakten, hier mal eine kleine Auswahl:

1,2 GB – 9GAG
47 MB – Amazon Shop
961 MB – App Store
62 MB – Buffer
12 MB – Bus & Bahn
10 MB – car2go
77 MB – Google Drive
34 MB – Google Maps
65 MB – Facebook
60 MB – Facebook Messenger
425 MB – Instagram
54 MB – iTunes Store
44 MB – Kalender
26 MB – Kontakte
688 MB – Mail
5 MB – mytaxi
35 MB – Netzpolitik
21 MB – Pebble
20 MB – Phonegram
1,2 GB – Podcasts
45 MB – Reeder
626 MB – Safari
353 MB – Spiegel Online
72 MB – Today’s Shirt
2 MB – tsu
1,9 GB – Tweetbot
63 MB – Twitter
15 MB – Yahoo Wetter!
7 MB – WhatsApp
115 MB – Zeit Online
8,1 GB – YouTube Download
1,2 GB – YouTube Stream
+
531 MB – Systemdienste
+
735 MB – connect.de (Speedtest)
1,4 GB – Speedtest

Macht mit vielen weiteren Apps über 21 GB mobiler Traffic innerhalb von 31 Tagen. Nicht 283 MB. Jut, mein Nutzungsverhalten ist alles andere als repräsentativ. Aber ich habe bis auf YouTube (+ Download zum U-Bahn-Ausgleich) noch nicht mal Netflix, Spotify oder ähnliches genutzt. Nur „normale“ Webinhalte. Kein Filesharing. Nix illegales.

Ohne YouTube bleiben trotzdem fast 12 GB übrig, lässt man die Speedtests weg, dann immerhin noch knapp 10 GB.

Wie hoch ist dein mobiler Traffic? Schränkst du dein Internet unterwegs ein? Wenn ja, warum?

Mobiler Traffic Oktober 2014

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